1. Oktober 2008 zet-Wissenschaftlerin erhält Posterpreis Linz 2008
Frau Mag.a Rauch beschäftigt sich in ihrer Forschungsarbeit damit, in wie weit Extrakte von Thrombozyten als Ersatz von fötalem Kälberserum für Zell- und Gewebekulturen verwendet werden können.
Zellkulturen als Alternative zu Tierversuchen
Zellkulturen werden immer stärker als Alternative zu Tierversuchen eingesetzt. Damit die Zellen im Reagenzglas, das heißt in vitro, auch wachsen und sich vermehren können, benötigen sie ein entsprechendes Nährmedium. Diesem Nährmedium, das Zucker, Aminosäuren, Salze und andere Nährstoffe enthält, muss noch tierisches Serum in unterschiedlichen Mengen zugesetzt werden. In diesem Serum finden sich Vitamine, Spurenelemente, Hormone ebenso wie auch Substanzen, die ein Wachstum der Zellen in Kultur erst ermöglichen. Das am meisten verwendete Serum ist fötales Kälberserum, welches aus dem Blut von Rinderföten gewonnen. Die Verwendung von solchen Seren bringt jedoch auch eine Reihe von Nachteilen mit sich:
- Die genaue Zusammensetzung des Nährlösungszusatzes ist bis heute nicht bekannt. Man weiß also nicht genau, welcher Bestandteil in exakt welcher Menge im Serum vorhanden ist.
- In letzter Zeit wurden auch schwere ethische Bedenken laut, wie das Serum gewonnen wird. Der größte Teil stammt aus dem Blut von Rinderföten. Dabei wird bei der Schlachtung einer Mutterkuh der Kälberfötus aus der Gebärmutter entnommen und mittels Herzpunktion unbetäubt entblutet.
- Weltweit werden immer mehr Zellkulturen eingesetzt. Es ist nicht klar, ob der Bedarf an fötalem Kälberserum für Forschung und Industrie in Zukunft überhaupt gedeckt werden kann.
Um einerseits diese Nachteile bei der Verwendung von tierischem Serum zu vermeiden und um andererseits definierte und kontrollierbare Kulturbedingungen zu schaffen, wird intensiv nach Alternativen zur Verwendung von tierischen Seren in der Zellkultur gesucht.
Blutplättchen können Tierleid verringern
Thrombozyten oder Blutplättchen sind bekannt dafür, dass sie eine große Rolle bei der Blutstillung und Wundheilung spielen. Sie haben eine wachstumsfördernde Wirkung und regen auch die Zellteilung an. Diese Eigenschaften machen Thrombozyten interessant als Alternative zu herkömmlichen fötalem Kälberserum.
Frau Mag.a Caroline Rauch beschäftigt sich in Ihrer Arbeit nun damit, in wie weit Thrombozyten, die aus humanem Blut gewonnen wurden, fötales Kälberserum ersetzen können. Die bisherigen Forschungsergebnisse sind sehr positiv und zeigen, dass ein wesentlicher Beitrag zum wissenschaftlichen Tierschutz geleistet werden kann. Mit dieser Methode wird es möglich sein, die Herzpunktion zahlreicher Rinderföten zu vermeiden und so Tierleid zu reduzieren.
Dieses Thrombozyten-Projekt wird von der Pollux-Privatstiftung gefördert und gemeinsam mit der Sektion für Physiologie der Medizinischen Universität Innsbruck unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Gstraunthaler durchgeführt.
