

Reduce: so wenig wie möglich, so viel wie nötig
Viele Tierversuche können heute mit einem Bruchteil der ursprünglich vorgesehenen Anzahl Tiere durchgeführt werden. Neue Technologien wie MRI oder computerunterstützte Arzneimittelentwicklung helfen hier weiter.
Bei Reduce geht es vor allem darum, die optimale Gruppengröße im Tierversuch zu ermitteln. Dazu kann aus parallel durchgeführten Untersuchungen mit versuchstierfreien Methoden so viel Information gesammelt werden, dass der Umfang des Tierversuchs reduziert werden kann.
Die Zahl der Versuchstiere auf ein Minimum zu reduzieren, ist aus ethischer und ökonomischer Sicht ein Muss. Allerdings ist zu bedenken, dass die Zahl der Versuchstiere nicht so weit gesenkt werden darf, dass die Daten statistisch nicht mehr sinnvoll ausgewertet werden können. Die Ergebnisse besitzen dann zu wenig Aussagekraft und der Versuch muss wiederholt werden.
Es gibt bereits Methoden für das zweite Gebot des 3R-Konzepts:
- Die Entwicklung der Magnetresonanzbildgebung (MRI), der Positronenemissionstomografie (PET) oder der Computertomografie (CT) und die rasanten Fortschritte, die bei diesen bildgebenden Verfahren in den letzten Jahren erzielt wurden, kommen nun auch den Versuchstieren zugute.
- Computerverfahren tragen heute ebenfalls zu einer Verminderung der Tierversuche bei. In der Arzneimittelentwicklung zum Beispiel werden zuerst Angriffspunkte für das zukünftige Medikament identifi ziert. Wenn genügend Informationen darüber vorhanden sind – z.B. die Bindungsstelle in der Zelle –, können Substanzen am Computer entworfen werden, die an diese Bindungsstelle passen. Dieser Prozess wird "Modellieren" genannt. Aus Zehntausenden von Substanzen werden dann mit Hilfe von Computerverfahren (in silico-Verfahren) und mit automatisierten Tests (High-Throughput-Screening) Stoffe ausgewählt, welche in vitro (meistens Zellkulturen) die gewünschte Wirkung zeigen. Nur diese wenigen Stoffe gelangen später in den Tierversuch.
Quellen
Bildquelle 1: Deutscher Tierschutzbund
Bildquelle 2: Dr. Bigalke
Bildquelle 3: malingering
